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Prävention - Früherkennung

Impfungen bei Kindern sichern Leben

Impfungen bei Kindern sichern Leben

Eine Impfung kann Leben retten. Durch Impfungen sind in den vergangenen Jahrzehnten viele Krankheiten zurückgedrängt oder praktisch ausgerottet worden. Trotzdem lehnen es einige Eltern ab, ihre Kinder impfen zu lassen. Da es keinen Impfzwang gibt, müssen die Eltern die Entscheidung für oder gegen eine Impfung in Absprache mit dem Kinderarzt treffen.


Was ist eine Impfung?

  • Ein Impfstoff besteht aus abgetöteten, abgeschwächten oder veränderten Teilen des jeweiligen Krankheitserregers. Er wird meistens in einen Muskel oder in das Unterhautfettgewebe gespritzt. Das Immunsystem reagiert auf den Impfstoff, indem es Antikörper gegen den Erreger bildet. Kommt es später zu einer Infektion mit dem echten Krankheitserreger, kann das körpereigene Abwehrsystem ihn mit den gebildeten Antikörpern bekämpfen und die Krankheit verhindern.
  • Vor allem Kinder profitieren von Impfungen, da ihr Immunsystem noch nicht so entwickelt ist wie das eines Erwachsenen. So entsteht ein Schutz vor vielen Erkrankungen, die besonders für Kindern auch einmal mit Komplikationen verlaufen können. Außerdem wird so ein zum Teil jahrzehntelanger Impfschutz aufgebaut.

Vor was schützen Impfungen?

Eine Impfung schützt vor einer Infektion mit einem oder mehreren Erregern. Dadurch verhindert sie nicht nur, dass man selbst erkrankt, sondern auch, dass man den Erreger weiterträgt und andere ansteckt. Die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut in Berlin gibt für Deutschland regelmäßig die nationalen und offiziellen Impfempfehlungen heraus. Sie empfiehlt, Kinder gegen folgende Krankheiten impfen zu lassen:

 

  • Diphtherie: Durch eine Halsentzündung mit Krupp-Husten und blockierten Atemwegen kommt es zum Erstickungstod. Durch die Impfung ist diese Erkrankung heute selten.
  • Wundstarrkrampf (Tetanus): Die Krankheit kann schwerwiegende Nervenlähmungen verursachen. Noch heute stirbt einer von vier Tetanuskranken, wenn er nicht geimpft ist.
  • Keuchhusten (Pertussis): In jüngster Zeit häufen sich die Keuchhusten-Fälle, sodass die Impfkommission Auffrischungsimpfungen empfiehlt.
  • Kinderlähmung (Poliomyelitis oder kurz: Polio): Durch Entzündung der Hirnhäute kann es zu Lähmungserscheinungen kommen. Auch bei Menschen, die eine Kinderlähmung scheinbar gesund überstanden haben, kann nach Jahrzehnten noch eine Lähmung auftreten.
  • Hepatitis B: Es kann zu einer chronischen Leberentzündung kommen, bei der die Leber allmählich zerstört wird.
  • Hämophilus influenzae B: Eine Kehldeckelentzündung, die durch diesen Erreger hervorgerufen wird, entwickelte sich früher sehr plötzlich und führte in bis zu fünf Prozent der Fälle zum Tod durch Ersticken.
  • Pneumokokken: Die Bakterien können gerade bei Kleinkindern und älteren Menschen gefährliche Lungen- und Hirnhautentzündungen hervorrufen.

 

Gegen diese Krankheiten wird meist im zweiten, dritten und vierten Lebensmonat und mit etwa einem Jahr ein Impfstoff verabreicht. Es gibt Kombinationen mit bis zu sechs Impfstoffen in einer Spritze. Der Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten sollte zur Einschulung und vor dem 18. Geburtstag aufgefrischt werden, dann zusammen mit einer weiteren Polio-Impfung. Ist als Kind keine Impfung gegen Hepatitis B erfolgt, so wird die Grundimmunisierung ab dem 9. Lebensjahr empfohlen.

 

  • Masern: Immer wieder kommt es in Deutschland durch nicht geimpfte Kinder zu Masern-Epidemien. Der Erreger kann Mittelohrentzündung, Lungenentzündung oder eine Entzündung des Gehirns verursachen.
  • Mumps: Die gefährlichste Komplikation ist die Unfruchtbarkeit.
  • Röteln: Die Symptome ähneln denen einer schweren Grippe, zusätzlich bildet sich ein Ausschlag. Gefährdet sind Schwangere: Durch die Infektion kann es beim Kind zu schweren Entwicklungsverzögerungen, Herzfehlern, Taubheit oder Tod kommen.
  • Windpocken (Varizellen): Bei Schwangeren oder Frühgeborenen sind Windpocken eine lebensbedrohliche Krankheit. Im späteren Lebensalter kann die Windpockenerkrankung in Form einer Gürtelrose wieder aufflammen.

 

Gegen Mumps, Masern und Röteln (kurz: MMR) muss ab dem zweiten Lebensjahr im Abstand von mindestens einem Monat, oft einem halben Jahr, zweimal geimpft werden. Gegen Windpocken wird zusammen mit MMR geimpft. Es gibt MMR oder MMR-Varizellen-Kombinationsimpfstoffe.

 

  • Meningokokken: Gegen Meningokokken, die Erreger der Hirnhautentzündung, wird im zweiten und dritten Lebensjahr geimpft. Die Impfung schützt das Kind drei Jahre lang.
  • Gebärmutterhalskrebs (Humanes Papilloma-Virus, HPV): Dieses Virus verursacht Veränderungen am Gebärmutterhals, die Jahre später zum Gebärmutterhalskrebs entarten können. Mädchen sollten vor dem ersten Geschlechtsverkehr dreimal im Abstand von zwei und vier Monaten geimpft werden.

Nebenwirkungen

  • Am häufigsten und typisch für jede Art von Impfung sind folgende Nebenwirkungen:
    • Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Stelle des Einstichs
    • Fieber
    • Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit und Schläfrigkeit oder auch Reizbarkeit
  • Häufig kommt es auch zu
    • Unruhe, ungewöhnlichem Schreien des Kindes
    • Symptomen einer Erkältung wie Husten, laufende Nase
    • Hautausschlag
    • Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen oder Verstopfung
  • Selten kommt es zu
    • allergischen Reaktionen mit Hautausschlag
    • Fieberkrämpfen oder
    • neurologischen Symptomen

Sind Impfungen gefährlich?

  • Einige Menschen lehnen Impfungen ab – eine wissenschaftliche Begründung dafür gibt es aber nicht. Wie jede medizinische Maßnahme kann auch eine Impfung zu Nebenwirkungen führen. Die eigentliche Erkrankung kann aber noch schwerer Verlaufen.
  • Wenn der Impfstoff noch lebende Erreger enthält, kann das in sehr seltenen Fällen auch die Erkrankung selbst auslösen, dann kann es tatsächlich Spätschäden geben.
  • Für die Behauptung, dass eine Impfung auch andere Erkrankungen verursachen kann (zum Beispiel Allergien, Multiple Sklerose, etc.), fehlt der wissenschaftliche Beweis.
  • Allgemein übertrifft der Nutzen der Impfung den möglichen Schaden bei weitem – in anderen Fällen würde die Impfung nicht empfohlen.

Wer seine Kinder impfen lässt, schützt sie damit vor Krankheiten, die sonst zu schweren Folgeschäden bis hin zum Tod führen könnten. Ob Sie Ihr Kind gegen einen bestimmten Erreger impfen lassen, entscheiden Sie am besten zusammen mit Ihrem Haus- oder Kinderarzt.

Stand 08.2010

Publikationsdatum:   01.11.10
Datum geändert:  20.04.11
 
 

Wir über uns

Dr. med. Lutz Krone

Frauenheilkunde und Geburtshilfe
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